Eich. In der Umgebung von Atomkraftwerken besteht für Kinder und Jugendliche ein zwischen 13 und 24 Prozent erhöhtes Risiko, an Leukämie zu erkranken. Das geht aus einer Meta-Analyse hervor. Demnach liegt das Leukämie-Erkrankungsrisiko für Kleinkinder bis vier Jahren rund um Atomkraftwerke um 19 Prozent über den Normalwerten. Die in Berlin veröffentlichte Untersuchung unter Federführung von Eberhard Greiser hatten wir GRÜNEN in Auftrag gegeben.
Für die Studie wurden Werte von 75 Kernkraftwerken in fünf Ländern ausgewertet, darunter Meiler in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Kanada und den USA. Damit ist die vorliegende Studie das bisher umfassendste Gutachten über das Auftreten von Leukämien im Kinder- und Jugendalter in der Umgebung von Atomkraftwerken.
Die Wissenschaftler haben bei insgesamt 2096 Säuglingen und Kleinkindern bis vier Jahren ein erhöhtes Leukämie-Risiko gefunden. Auch für Jugendliche ist das Krebsrisiko hoch. “Wir wollen noch einmal wachrütteln”, so die Grüne-Bundestagsfraktion. Bisher sei trotz mehrerer Studien mit ähnlichen Ergebnissen zu wenig geschehen. Der Strahlenschutz muss dringend verschärft werden, fordern die Grünen.
Die Analyse von Prof. Greiser bestärkt die Forderung der IPPNW, den Strahlenschutz um Atomkraftwerke zu korrigieren. Es darf nicht sein, dass die Gesundheit der Bürger gefährdet bleibt, erklärte Reinhold Thiel,
Vorstandsmitglied der Ärzteorganisation IPPNW.
Die atomkritische IPPNW fordert den Bundestag in einer Petition auf, den Strahlenschutz für die Bürger zu verbessern. Etwa 1000 Menschen unterstützen bereits die Forderung der IPPNW. Bis zum 11. September 2009 kann die Petition noch online gezeichnet werden.
© ℗
EICH. Kleinkinder, die in der Nähe von Kernkraftwerken leben, erkranken offenbar häufiger an Krebs. Das geht aus einer Studie im Auftrag des Bundesamtes für Strahlenschutz hervor, die der “Süddeutschen Zeitung” vorliegt. Demnach steigt die Zahl krebskranker Kinder, je näher ihr Wohnort an einem der 16 deutschen Reaktorstandorte liegt. Dieser Zusammenhang sei “statistisch signifikant”.
“Nach dem derzeitigen wissenschaftlichen Erkenntnisstand” sei das Ergebnis “nicht strahlenbiologisch erklärbar”, heißt es in der Studie. Eine Kausalität sei also nicht bewiesen.
Quelle: Süddeutsche Zeitung 7.12.2007
Weitere Infos: http://www.ippnw.de/
“Deutsche Sektion der internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW) Ärzte in sozialer Verantwortung e.V.”






