Eich. Wiederholt ein Zwischenfall am 31. Juli 2010 im Atomkraftwerk Biblis hat die Menschen vorübergehend in Schrecken versetzt. Grund, bei Wartungsarbeiten im Block B wurde die Stromversorgung und damit ein Teil des Notfallsystems kurzzeitig unterbrochen.
Das Notfallsystem dient dazu, im Fall einer - nach Ministeriumsangaben unwahrscheinlichen - Funktionsunfähigkeit der Hauptwarte im Block B die Stromversorgung zu übernehmen. Da das System vorübergehend nicht verfügbar war, wurde der Vorfall von RWE vorübergehend in die Kategorie “Eilt” eingestuft.
Eine Gefährdung der Umgebung oder der Anlage war mit dem Vorkommnis nicht verbunden“, heißt es in den Mitteilungen von RWE und dem Ministerium. Die Schaltanlage habe nach der kurzen Unterbrechung am Freitag über die Einspeisung von Block A zudem „unmittelbar“ wieder hergestellt werden könnten, so dass Ministerium.
Nach einer ersten Prüfung sei der Internationalen Skala zur Bewertung von Vorkommnissen (INES) zufolge aber von der Stufe 0 (keine oder sehr geringe sicherheitstechnische Bedeutung) auszugehen, so das Ministerium. Zusammen mit dem TÜV SÜD werde es eine abschließende Bewertung geben.
RWE hatte zuletzt Anfang Juli zwei Vorkommnisse in Biblis gemeldet: Ein Leck an einer Armatur in Block B und eine Störung an einer Armatur im Bereich einer Pumpe im Block A. Auf die Sicherheit der Anlage habe es auch damals keine Auswirkungen gegeben.
GRUENE beklagen dagegen seit längerem Sicherheitsmängel und verlangt die sofortige Abschaltung. Block A produziert seit 1974 Strom, Biblis B seit 1976.
Alte und störfallanfällige Atommeiler wie Biblis A weiterlaufen zu lassen, nur um im Gegenzug von der Atomwirtschaft Geld durch eine Brennelementesteuer zu bekommen, ist ein unverantwortlicher Deal, so Gustav Pichl.
Quelle Foto: Gustav Pichl
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